Am Anfang machte ich das, was mir alle empfohlen haben: Dehnen. Morgens, noch bevor ich aufstehe, die Wade strecken. Den Fuß an der Bettkante rollen. Auf YouTube hatte ich mir vier verschiedene Übungsvideos angeschaut.
Kurz danach wurde es manchmal ein bisschen besser. Dann kam der Schmerz zurück. Dann wieder Übungen. Dann wieder Schmerz. Ich habe mich wie in einem Kreislauf ohne Ausweg gefühlt.
Um ohne diese tägliche Übungsroutine auskommen zu können, probierte ich noch mehr – 3 Hoffnungen, 3 Enttäuschungen:
Die Kortison-Spritze beim Orthopäden hat für knapp drei Wochen geholfen. Dann war alles wie vorher. Der Arzt erklärte mir, das sei keine Dauerlösung.
Die Nachtschiene, die meinen Fuß in einer bestimmten Position halten soll, habe ich vier Nächte durchgehalten. Beim fünften Mal habe ich sie um 2 Uhr nachts abgemacht, weil ich einfach nicht schlafen konnte.
Die weichen, extra gepolsterten Sportschuhe, die mir meine Tochter empfohlen hat, haben die Ferse kurz entlastet. Nach längerem Gehen war alles wie vorher – weil das eigentliche Problem nicht der Aufprall ist, sondern was darunter passiert.
Genau so war es auch an jenem Tag auf dem Markt – innerlich hatte ich schon aufgegeben. Was ich zu dem Zeitpunkt nicht wusste: Ich hatte das Problem die ganze Zeit komplett falsch verstanden.